perth

Interview mit „Macca“ (Perth Terrace, Perth Glory FC)

Interview mit „Macca“ (Perth Terrace, Perth Glory FC)

UiSF: Was haltet ihr von den Ultras Szenen in Europa, insbesondere in Deutschland?

„Macca“: Zu einem Großteil werden wir von der Ultra Szene in Deutschland inspiriert. Clubs wie Sankt Pauli, Dynamo Dresden, Dortmund, Köln, Frankfurt (um nur ein paar zu nennen) sind große Namen in Australien. Sie stehen für aufwendig ausgearbeitete Choreos und leidenschaftlichen Support. Viele unserer älteren Mitglieder haben diese Stadien auf Reisen besucht. Das einzigartige an unseren Fanblöcken ist die Vielfältigkeit der Nationen, die sich dort versammeln. Unsere führende Gruppe setzt sich zusammen aus Leuten mit polnischen, deutschen, italienischen, englischen und schottischen Wurzeln. Hieran sieht man, dass die europäischen Ultra Szenen unser Arbeiten stark beeinflussen. Die Globalisierung der Szenen in aller Welt, insbesondere durch die sozialen Medien beeinflusst die Supporter in Australien immer stärker.

UiSF: Die Vereine in der A-League sind alle noch sehr jung. Perth Glory ist mit der Gründung 1996 der „Älteste“ Club. Alle Vereine sind Franchises. Wie ist eure Meinung/ eure Ansicht dazu? Falls der Club einmal in eine andere Stadt umsiedeln sollte, ein neues Logo und neue Farben bekommt, wie würden eure Fans darauf reagieren?

„Macca“: Franchise bedeutet, dass die Vereine sehr stark durch Unternehmen in ihren Entscheidungen beeinflusst werden. Die FFA hat eine sehr strikte Art und Weise die Terraces zu kontrollieren. Sie haben sehr strenge Maßnahmen eingeführt, mit denen sie versuchen die Ultra Szene in Australien einzudämmen. Wir werden mit am strengsten in ganz Australien überwacht. Dies führte bereits dazu, dass sieben Mitglieder von uns bereits nach vier Saisonspielen Stadionverbote von 2-5 Jahren zugesprochen bekamen.

Bis jetzt wurde noch kein Club gezwungen in eine andere Stadt umzusiedeln. Die Ausnahme bildet die Übernahme von Melbourne Hearts durch Manchester City. Melbourne Hearts wurde gezwungen seinen Namen und seine Farben zu ändern. Western Sydney gehört ebenfalls der FFA und wird durch sie geführt. Dies spiegelt nicht unsere Wunschsituation wider. Wie dem auch sein mag, wir sind zuversichtlich, dass die Clubs in Zukunft unabhängig sein werden. Sollte Perth Glory gezwungen werden seinen Namen und sieine Farben zu ändern, werden wir die Kurve wohl verlassen.

UiSF: Wie reist ihr zu Auswärtsspielen?

„Macca“: Aufgrund der Tatsache, dass Perth sehr weit abgeschieden zum Rest von Australien liegt, sind Auswärtsspiele eine teure Angelegenheit, da die meisten Clubs mindestens vier Stunden Flugzeit entfernt sind. Die weiteste Entfernung sind 9 Stunden mit dem Flugzeug. Dies ist einer der längsten Auswärtstrips weltweit. Das bedeutet, dass die Szene normalerweise nur 1-2 Auswärtsspiele im Jahr gemeinsam besucht. In der letzten Saison waren wir mit 100 Fans bei Western Sydney. Diese Saison hoffen wir im Dezember auf einen Besuch bei Adelaine, bei welchem hoffentlich über 200 Leute mitreisen werden. Die meisten Gästefans hatten wir im Spiel gegen Western Sydney letztes Jahr, als ca. 80 Leute anwesend waren. Im Schnitt sind bei unseren Heimspielen 20 Gästefans anwesend. Die Auswärtsfans im Osten Australiens sind in größeren Zahlen unterwegs, wobei sie wie gesagt, kaum zu uns nach Perth kommen, da es schlichtweg zu teuer ist. Eine Auswärtsfahrt nach Melbourne/Sydney/Brisbane kostet für uns um die 800 Dollar. Dies macht es schwer für uns regelmäßig zu Auswärtsspielen zu fahren. 2012 mobilisierten wir etwa 2500 Fans zum Auswärtsspiel nach Brisbane zu fliegen, wobei die Tickets hier um die 1000 Dollar kosteten.

UiSF: Du sagtest mir, dass die Fans ihre Namen in den sozialen Medien änderten, um ihre Identitäten vor dem Club zu schützen, weil dieser die Fans kontrolliert und mit Verboten bestraft, wenn sie beispielsweise Bilder mit Pyro auf Facebook posten.

„Macca“: Da die Kurve von Perth nur eine kleine Anzahl an Ultras hat, ist es für den Club einfacher die Identitäten herauszufinden, was zur Folge hat, dass viele Mitglieder ihre Facebook und Twitter Profile unkenntlich machen, um somit unerkannt zu bleiben.

UiSF: Was hast du so gemacht, bevor Perth Glory 1996 gegründet wurde?

„Macca“: Ich war gerade mal sieben Jahre alt, als Perth Glory 1996 gegründet wurde. Perth Glory war der erste Club den ich supportete und es wird für mein Leben lang der einzige bleiben. Andere Anhänger unterstützten lokale Vereine, wie Perth Italia

UiSF: Wann hatte man die ersten Ideen eine Ultra-Gruppe in Perth zu gründen?

„Macca“: Perth Terrace hat sich im Zuge einer Entfernung vom typisch britischen Style des Ultra Supports zusammengeschlossen. Die jüngere Generation drängte auf einen moderneren Ultra Support. In diesem Sinne wurde die Perth Terrace dann eben aufgebaut. Der „Shed End“, welcher sich im nördlichen Bereich des Stadions befindet, beheimatet ältere Supporter, welche seit Gründung des Clubs immer die gleichen Lieder singen und eher auf spontane, unorganisierte Art und Weise die Mannschaft unterstützen. Wesentlich organisierter ist der Stil der Perth Terrace. Die jüngere Generation war, ob der immer gleichen Gesänge zunehmend gelangweilt und erachtete es als sinnvoll sich von den „Shep Ends“ abzukapseln und auf die Südtribüne zu ziehen, was sie letzte Saison in die Tat umgesetzt haben. Das gab uns die Möglichkeit unsere Choreos ohne Beeinträchtigung der „Sheds“ durchzuführen.

UiSF: Wie sind die Gruppen organisiert und wo liegt das durchschnittliche Alter der Mitglieder?

„Macca“: Das Durchschnittsalter liegt bei ungefähr 20. Die „Sheds“ sind wesentlich älter. Die Perth Terrace hat eine führende Gruppe um die 10 Mann, die sich um die Organisation von allem kümmern, beginnend bei Tifos, Gesänge über den Capo bis hin zur Ordnung der Gruppe.

UiSF: Welche Probleme gibt es zwischen den australischen Fans und der Polizei bzw. mit dem Club und der Fußball Vereinigung

„Macca“: Die FFA arbeitet mit der nationalen Security-Firma „Hatamoto“ (http://www.hatamoto.com.au/our-services/) zusammen, welche jedes Wochenende an Spieltagen „geheime Informationen“ sammeln. Sie treten undercover auf, gehen in Pubs, in denen sich Fans treffen und fotografieren sogenannte „Problemfans“. Dies tun sie ebenfalls in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Beim Aussprechen von Stadionverboten gibt es keine Prozess. Ein Supporter wurde mit einem Stadionverbot belegt, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal im Land befand. Er zog gegen die FFA vor Gericht und gewann, aber die FFA verweigerte die Aufhebung dieses Verbots.

Vielen Dank für deine Zeit!

//English Version //

UiSF: What do you think about Ultras in Europe, especially in Germany?

„Macca“: Obviously a lot of our inspiration comes from the Ultra scene in Germany. Teams like St Pauli, Dynamo Dresden, Dortmund, Koln, Frankfurt (to name just a few) all have big reputations in Australia for their elaborate tifos and passionate support and a lot of our senior terrace members have visited their stadiums on their travels. The unique thing about Australian terraces is the diversity of nationalities, who reside on the terraces. Our leadership group comprises of people with Polish, German, Italian, English and Scottish heritage, so the European Ultra scene is a big influence on how we go about our business. The globalisation of the ultra scene around the world (especially on social media) is influencing more and more supporters in Australia.

UiSF: The Clubs are very young in the A-League. Perth Glory (est. 1996) is the „oldest“ Club. All clubs are Franchise. What is your opinion about this? If the Club has to move to another City, change Colours and the Club-Logo .. what can be your response to that?

„Macca“: With the clubs being franchises it means the clubs are under heavy influence from the FFA in their decision making. The FFA are very strict in their approach to ‘policing’ the terraces and have introduced strict measures to try and kill the ultra scene in Australia. Perth Glory administrators and suits are scared of upsetting the FFA meaning we have some of the strictest policing in the country with 7 members having already been banned for 2-5 years in only 4 matches so far this season. So far no clubs have been forced to change cities however Manchester City’s takeover of Melbourne Heart has forced them to change their name and colours. Western Sydney Wanderers were also recently owned and operated by the FFA. This is not an ideal situation however we are confident in the future the clubs will be independent to the FFA. If Perth Glory were forced to change cities or colours we would abandon the terrace for good. We are loyal only to the name and the colours of Perth Glory.

UiSF: How do you travel to Away-Matches?

„Macca“: As Perth is isolated from the rest of Australia away games are very expensive to attend. As most clubs are at least 4 hours plane trip away, with the furthest away trip being a 9 hour plane trip (one of the longest domestic away trips in world football) meaning the terrace usually only attends 1 or 2 away games a season as a collective. Last season we took 100 fans to Western Sydney. This season we are hoping for 200+ for a match in Adelaide in December. The most away fans we have had in Perth in the last 10 years is only around 80 when we played Western Sydney last year. Away fans average only around 20 in our stadium. Away fans in eastern australia travel in good numbers however not many away fans in perth as it is very expensive to travel here. An away trip for us to melbourne/sydney/brisbane costs $800+ making it hard for fans to travel regularly. in 2012 we took 2500 supporters to Brisbane and plane tickets cost $1000+.

UiSF: You told me that the Fans changed their Names in „Social Media Networks“, to protect their Identities for the Club, because the Club controlled the Fans and banned Fans who presented Photos with Pyro on Facebook (as an Example).

„Macca“: our club uses facebook to find our fans and have banned fans previously for having photos of pyro on there profiles. As the Perth terrace has small number of ultras the club can easily find our identies meaning alot of members disguise their facebook and twitter profiles as not to be known to the club.

UiSF: What have you done, before Perth Glory was founded in 1996?

„Macca“: I was only 7 years old when Perth Glory was founded in 1996. Perth Glory was my first supported team and will be my only team for life. Other supporters followed local teams such as Perth italia.

UiSF: When did you have the first Ideas to establish Ultra-groups in Perth?

„Macca“: Perth Terrace was formed as a way of moving away from our traditional ‘British’ style of support. A lot of the younger generation of fans were pushing for a more ultra style of support which is how the Perth terrace was formed. The ‘shed end’ at the northern end of our stadium houses older supporters who have been singing the same songs since the club was formed and support in a spontaneous manner whereas the Perth Terrace is more organised and deliberate in our style of support. While the sheds support can be vocal a lot of the younger generation grew tired of the same songs and it became clear that in order to evolve we would need to move to the southern end of the stadium which we did last season. This has allowed us to perform our choreo without interference from the ‘shed’.

UiSF: How are the groups organized and what is the average age?

„Macca“: The average age would be around 20 years old. The ‘shed’ average is much older. The Perth terrace has a leadership group of around 10 lads who organise everything from tifo’s, chants, capo and direction of the group.

UiSF: What Problems do the Fans in Australia have with Cops / Club and Football Association (FFA)?

„Macca“: The FFA work in conjuction with national security firm Hatamoto (http://www.hatamoto.com.au/our-services/) who gather intelligence every weekend when match is on. They dress undercover and go to pubs where football fans are and take photos of supporters deemed ‘high risk’. They also gather intelligence from social media websites like Facebook and Twitter. If banned from stadium there is no appeals process. One supporter was banned even though he was not in the country at the time. He took the FFA to court and won, but the FFA refused to overturn his ban. The FFA answer to no one. Currently there is a big crackdown from our club on supporters, with our CEO working with a certain local pub where supporters drink to identify troublemakers.

Thanks for your Time!

perth perth1 perth2

Schreibe einen Kommentar