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20.12.14 (13:00) 1. FC Nürnberg – SpVgg Fürth 0:0

20.12.14 (13:00)
2. Bundesliga
1. FC Nürnberg – SpVgg Fürth 0:0
Max-Morlock-Stadion
47.501 Zuschauer (ca. 4.250 Gäste)

Die 258. Auflage des traditionsrechsten, und am meisten ausgespielten Derbys Deutschlands, zwischen dem „Glubb“ und dem „Kleeblatt“, war ein weitesgehend unspektakuläres Aufeinandertreffen. Aber der Reihe nach. Die „Kleeblatt“-Fanszene traf sich um 9:00 Uhr morgens am Fürther Rathaus, um dann gemeinsam mit der U-Bahn zum Derby anzureisen. Die Fans kamen mit mehreren U-Bahnen an, was sich etwas hinzog. Der Pulk wuchs auf grobe 1.000 – 1.200 Leute an, und setzte sich, unter Einsatz von etwas Pyrotechnik, in Bewegung. Einige Male legte der Mob ein Stopp ein. Hier wurde gesungen, gepogt oder zu Anti-Glubb Gesängen kollektiv gehüpft. Die Cops agierten ebenfalls völlig entspannt. Im Stadion sah man viele Fans mit Spendendose. Die Nordkurve Nürnberg organisierte eine große Spendenaktion, mit der man im Nachhinein sehr zufrieden sein durfte. Bei Abgabe einer beliebigen Spende bekam man als Dank ein Pin mit Choreomotiv. Tolle Aktion – Daumen hoch! Ins Spiel starteten beide Seiten mit einer Choreografie. Im Gästeblock wurden horizontal Folienbahnen in den Vereinsfarben hochgehalten und am Zaun prangte zudem die Botschaft „Forza Kleeblatt Allez“. Das ganze gab ein nettes Bild ab, wenn man sich auch etwas Spektakuläreres gewünscht hätte. Die Nordkurve Nürnberg präsentierte, einmal mehr, eine fantastische Choreografie, vom Marathontor bis in den ersten Sektor der Gegengerade. Ein überdimensionales Nürnberger Christkind, welches eine Krone trug, wurde hochgezogen. Dazu tausende rote und schwarze Fähnchen gewedelt. Folgende Botschaft hing an Ober- und Unterang: „Doch bleibt´s alle Zeit, ihr Herrn und Frau´n: das Nürnberg, das ihr seid – bis in die Ewigkeit! Bedenkt, wer alles schon hat, braucht nichts geschenkt.“ Das ganze ist ein Zitat aus dem Prolog der Eröffnung des Nürnberger Weihnachtsmarkt („Christkindlesmarkt“) durch das Nürnberger Christkind. Dort heißt es sinngemäß, dass Nürnberg durch seine Bürger zu dem wird, was es ist, bzw. durch sie lebt. Weiterhin heißt es dort sinngemäß, dass Geschenke gut sind, aber die Geste zählt und wer schon alles hat, braucht nichts geschenkt. Das ganze übertrug man auf den Glubb, welcher in seiner langen Geschichte beide nationalen Titel (9x Meister, 4x Pokal) erringen konnte. Die rot-schwarzen Fähnchen wurden dann abgelöst durch Glitzerfähnchen in gold und silber. Dazu sangen die Glubb-Fans aus voller Kehle „Die Legende lebt“. Alles in allem ein sehr beeindruckender Moment. Stimmungstechnisch blieb das Derby hinter meinen Erwartungen zurück. Die Nordkurve zwar gut geladen und heiß, wie es sich für ein Derby gehört, aber die Gesänge und Schlachtrufe konnten zu selten auf andere Stadionbereiche, außerhalb der eigenen Kurve, übertragen werden. Bei den Nürnbergern waren u.a. Freunde aus Göteborg, Wien, Gelsenkirchen und Larisa zu Gast. Mit einem Spruchband („Frohe Weihnachten Oliver“) schickte die Nordkurve noch einen weihnachtlichen Gruß zum verurteilten Freund Oliver (Vorsänger bei Rapids „Block West“) nach Wien, welcher eine Fußfessel angelegt bekommen hat und quasi unter Hausarrest steht. Die Gäste konnten akustisch leider nur selten Akzente setzen. Die meiste Zeit war nur die untere Hälfte des Mittelblockes aktiv. Dort war dauerhaft Bewegung zu erkennen. Die beiden Außenblöcke haben sich nur relativ selten eingebracht. Dass man sich Gehör verschaffen kann, war zu sehen, als der komplette Anhang zu Anti FCN Gesängen hüpfte. Leider blieb dies ein seltenes Bild. Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde ein weiteres Intro präsentiert. Im Mittelblock wurde eine zweiteilige, grün-weiß quergestreifte Blockfahne gezeigt. Dazu unten eine Folie mit durchsichtigen Buchstaben, welche die „fünf magischen“ Buchstaben (SPVGG) ergaben. Dahinter wurde etwas Pyrotechnik (Fackeln und grüner und weißer Rauch) gezündet. Optisch eine gelungene Aktion. Nur die Blockfahne konnte wegen der Teilung nicht den kompletten Block überdecken. Das von Taktik geprägte Spiel tat sein übriges dazu. Wenn ein Tor gefallen wäre, dann hätte sich der Dezibelzeiger sicherlich deutlich nach oben bewegt.

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Fotos & Text: Ric

2 Gedanken zu „20.12.14 (13:00) 1. FC Nürnberg – SpVgg Fürth 0:0

  1. An sich sehr guter Bericht. Aber es waren mindestens 5.000 Gäste, da der FCN wie es in den DFL Regularien festgelegt ist mind. 10% des Stadions an Gäste abgeben muss. Also 5.000 von 50.000. Zudem waren in Block 24 und 26 noch verteilt Fürther. Es waren also ca. 5.500.

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