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31.10.2015 (14:05) Aachener TSV Alemannia 1900 – Rot-Weiss Essen 2:0

31.10.2015 (14:05)
Regionalliga West
Aachener TSV Alemannia 1900 – Rot-Weiss Essen 2:0
Tivoli-Stadion
11.200 Zuschauer (ca. 1.100 Gäste)

 

Fotos: Brice & Ric
Video: Ric
Text: Ric

Video: https://www.youtube.com/watch?v=RyyJ83jb-Xk

Knapp 9 Monate ist es her, da fand exakt dieses Duell in gleichem Stadion statt. Zu seiner Zeit war das Stadion rappelvoll, und auf dem Rasen standen sich der Tabellenführer und der Zweitplatzierte gegenüber. Die Alemannia gewann das Spiel damals mit 1:0 und feierte diesen Sieg ausgelassen mit den eigenen Fans. Einige Wochen später, am Saisonende, wurde weder am Aachener Tivoli, noch an der Hafenstraße in Essen der erhoffte Aufstieg, bzw. der Einzug in die Relegation, gefeiert. Wobei es nach wie vor eine Farce ist, dass es letzteres überhaupt gibt. Übrigens spielte die Relegation die Reserve von Borussia Mönchengladbach gegen die „Zweite“ von Werder Bremen. Nichts gegen die zwei Clubs, aber dass zwei Reserven den Aufstieg in Liga 3 ausspielen, während in allen Regionalligen massenhaft Traditionsclubs herumdümpeln, dass kann doch nicht richtig sein. Lasst die Reserven endlich ihr eigenes Ligensystem haben! Gut, genug zu damals…

Im Hier und Jetzt sieht es sowohl für die Alemannia als auch für RWE nicht so rosig aus. Beide sind sportlich gesehen nur graues Mittelmaß (8. vs 10.) und suchen nach der Form aus der vergangenen Saison. Das Stadion war mit 12.000 Fans erwartungsgemäß deutlich weniger gefüllt, als noch im Februar. Dennoch ist dies für Liga 4 immernoch ein Klasse Wert. Alemannia (im Schnitt 9.200 Zuschauer) und RWE (7.500 Fans) sind in der Regionalliga West ohnehin die Zuschauermagneten. Der Drittplazierte RW Ahlen weist abgeschlagen etwa 2.000 Fans im Durchschnitt auf. Ein weiterer Beleg dafür, dass solche Clubs in die 3. Liga gehören.

Bei der Fanszene Essen ging es in den vergangenen Monaten etwas drunter und drüber. Das ganze gipfelte im September mit der Auflösung der „Ultras Essen“, welche 13 Jahre lang versuchten, Ultrá an der Hafenstraße zu integrieren, was dort nicht ganz so einfach ist. Nach Auflösung der „UE“ versuchen nun hauptsächlich die „Rudefans“ in Zusammenarbeit mit den „Vandalz“ den Ultragedanken in Essen weiterzuleben. Für das Spiel in Aachen rief die Szene unter dem Motto „Back in Black – Alle in Schwarz nach Aachen“ zu optischer Geschlossenheit auf. Da Schwarz ein gewichtiger Teil der Farben Alemannias ist, kann man sicherlich drüber streiten ob dies glücklich gewählt ist. Dennoch machten sich viele in Schwarz nach Aachen auf. Man war gespannt wie die Stimmung nach dem Ende der „UE“ sein wird. Man hätte davon ausgehen können, dass sich alles erst zusammenfinden muss, jeder muss sehen wo er hingehört und vieles mehr. Am Ende kann man ein gutes Fazit ziehen. Der Block wirkte geschlossen und eingespielt. In den ersten 45 Minuten überzeugte der RWE Anhang größtenteils und hinterließ einen guten Eindruck. Die Rot-Weißen präsentierten zudem eine kleine Pyroshow, bestehend aus einem halben Dutzend Bengalos. Kurz darauf wurde eine Fahne von Kerkrade präsentiert, die vor ca. einem Jahr in Essener Hände gelang.

Bei den Hausherren verzichtete man dieses Mal auf einen großen Marsch wie vergangene Saison, als sich etwa 1.000 Fans jenem beeindruckenden Corteo angeschlossen haben. Stattdessen rief die aktive Szene der Alemannia zum „Oldschool Treff“ an der Alten Shell – Tankstelle Krefelder Straße auf. Dies war zu Zeiten des alten Tivoli-Stadions der Treff der Aachener Hoolszene, später zudem auch der Ultras. Hier gab es nicht selten hektisches Treiben, liegt die „Tanke“ direkt gegenüber dem alten Gästeblock-Eingang. Die Szene Aachen hat ebenfalls vor nicht all zu langer Zeit einen Rückschlag hinnehmen müssen. Als beim Auswärtsspiel in Dortmund eine Pyroshow präsentiert wurde, flogen einige Bengalos und ein Böller in den Innenraum. Hierbei kam eine Zaunfahne, welche seit etwa 20 Jahren fester Bestandteil der Aachener Fanszene ist, zu Schaden. Im Zuge dieser Umstände stellte die „Karlsbande“ öffentlich klar, bis auf weiteres auf jegliche Art von Pyrotechnik zu verzichten. Von der Tankstelle aus liefen dann etwa 350 Leute zum Stadion. Die Szene Aachen hatte zudem auf einige (ca. 40) ihre Leute verzichten müssen, weil diese ein Betretungsverbot für verschiedene Bereiche (u.a. Stadion, Krefelder Str. und Bahnhof) bekamen. Im Stadion reagierte man auf den Aufruf „Back in Black“ der Essener, in dem man gelbe Überzieher überstreifte und dazu ein passendes Banner hochhielt: „Ihr in Schwarz, wir in Gelb – die schönsten Farben der Welt“. Da lieferten die Gäste eine astreine Vorlage für die Alemannen. Die aktive Szene der Alemannia hatte lange Zeit Probleme, die Mitmachquote auf den Bereich außerhalb der aktiven Szene auszuweiten. Nur selten konnte man dort Bewegung erkennen. In der zweiten Hälfte wurde dies deutlich besser. Zumindest was die akustische Mitmacherei angeht. Die Gäste ließen in der zweiten Hälfte etwas nach, und so kann man von einem Ausgleich sprechen. Der Szene Essen gehörte die erste Hälfte, den Alemannen die Zweite. Nach den Toren für den TSV und zeitgleich einsetzenden Oldschool Gesängen kam richtig gute Atmosphäre teilweise auf. Zum Ende hin wurde es dann auf der Tribüne etwas hektisch. Ein paar Jungs aus dem Heimbereich machten sich den langen Weg über die Tribüne Richtung Gästeblock auf. Aus dem Lager der Essener ließen sich einige Jungs nicht lange bitten, und so standen sich ein paar vereinzelt gegenüber, wo es zu kurzen, kleinen Kontakten kam. Die Cops kamen wenig später ebenfalls dazu, verteilten Pfeffer und drängten beide Seiten zurück, woraufhin sich alles beruhigte und das Stadion leerte.

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