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26.03.2015 (20:15) Alba Berlin – KK Crvena Zvezda 73:68 (Basket)

26.03.2015 (20:15)
Turkish Airlines Euroleague
Alba Berlin – KK Crvena Zvezda 73:68
O2-Arena
10.867 Zuschauer (ca. 600 Gäste)

Mittlerweile sollte sicher jedem bekannt sein, dass es auch im Basketball interessante Spiele gibt, bei denen auf den Rängen einiges geboten wird. Auch Roter Stern Belgrad zählt zu den Vereinen, die bei vielen Basketballspielen von ihren Fans unterstützt werden. Das erste Mal seit der Jahrtausendwende konnte man in der Euroleague (Vergleichbar mit der Champions League im Fußball) bis in die Gruppenphase der letzten 16 Teams einziehen. Recht schnell wurde deswegen bei den Delije, den Ultras von Roter Stern, beschlossen, zum Auswärtsspiel nach Berlin zu reisen. So machten sich einige 9er aus Serbien, Slowenien und Bosnien auf den Weg nach Deutschland. Eine Gruppe aus Belgrad wählte zudem den Zug als Anreisemittel. Zusammen mit den Serben, die aus Deutschland und den angrenzenden Ländern anreisten, kam letztendlich ein stattlicher Mob von ca. 600 Fans zusammen. Berücksichtigt man die wirtschaftliche Lage auf dem Balkan, muss man den Leuten großen Respekt zollen, die diese, für sie sehr kostspielige Reise auf sich nahmen. Am Spieltag sammelten sich Delije vor einem Restaurant nahe der U-Bahnstation „Schlesisches Tor“ um sich auf das anstehende Spiel einzustimmen. So schallten bereits Stunden vor Anpfiff die ersten Gesänge durch die Straßen des ehemaligen Grenzgebiets. Rund 1,5 Stunden vor Anpfiff machte sich dann der Mob unter Einsatz von ein paar Fackeln auf den Weg Richtung Halle. Eigentlich plante man mit der U-Bahn die kurze Strecke zur Arena zu fahren, jedoch gefiel der Polizei dieses Vorhaben weniger und so hieß es plötzlich, dass die U-Bahn nicht weiterfahren würde. Relativ gelassen wurde das ganze hingenommen und die ca. 1km lange Strecke zu Fuß bewältigt. In der Arena angekommen, wurde der Gästeblock mit vielen Fahnen geschmückt, darunter auch mehrere Fahnen zu Ehren von Marko Ivkovic. Der 25-Jährige wurde im November 2014, beim Basketball-Auswärtsspiel in Istanbul von einem Galatasaray Fan mit einem Messer tödlich verletzt. So hingen zwei Fahnen mit dem Konterfei von Marko am Zaun, sowie eine Erdbeer-Fahne (Markos Spitzname war „Strawberry“). Vor Anpfiff des ersten Viertels, blieb es im Gästeblock noch ruhig. Als das Spiel jedoch begann, legte der aktive Kern, der aus ca. 200 Leuten bestand gut los und konnte auch oft die restlichen Fans motivieren, in die Gesänge miteinzusteigen. Leider kamen die Gesänge trotz der großen Gästezahl nur selten zur Geltung, da Alba Berlin wie bei jedem Heimspiel, Klatschpappen verteilt hatte. Wenn man sonst nur in Fußballstadien unterwegs ist, ist dies sicherlich sehr gewöhnungsbedürftig und dürfte nur wenige Fußballfans als Unterstützungsmittel gefallen. Im Basketball sind Klatschpappen aber völlig normal und die Zuschauer nehmen diese gerne an. So wurde fast das gesamte Spiel „durchgeklatscht.“ Wer heute einen Hexenkessel erwartete, wie es beim Hinspiel in Belgrad der Fall war, wurde leider enttäuscht, da die Gesänge nur bei kompletter Beteiligung des Gästeanhangs sehr gut zu vernehmen waren. Dies bedeutete jedoch nicht, dass der Support schlecht war, im Gegenteil. Man merkte einfach, wie motiviert die Leute waren, ihren Verein international zu unterstützen. So konnte auch der klare Rückstand, der die ersten drei Vierte des Spiels anhielt, der Stimmung keinen Abbruch tun. Als dann im letzten Viertel das Team in den rot-weißen Trikots fast den Ausgleich erzielen konnten, drehte der Gästeblock richtig frei. Viele entledigten sich ihrer T-Shirts und sangen sich beim Lied „Nek grmi jako – Zvezda Sampion!“ (Lasst uns alle schreien – Zvezda Champion) in einen Rausch. Auch wenn man sich am Ende geschlagen geben musste und ein Einzug in die Final-Four somit nicht mehr möglich ist, wurden die Spieler nach der Partie gefeiert.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=uJwR7VJOf34&feature=youtu.be

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Foto/Video/Text: Micha

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