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22.05.2016 Falubaz Zielona Góra – Stal Gorzów (Speedway)

22.05.2016 19:30 Uhr
Speedway
PGE Ekstraklasa
Falubaz Zielona Góra – Stal Gorzów Wielkopolski S.A.: 44:46
Stadion Miejski w Zielonej Górze
Zuschauer: ca. 13.000


Wenn man sich die Bilder genauer ansieht, wird man festellen, dass es hier etwas weniger um Fußball geht, sondern um Speedway. Die Bahnsportart ist in Polen der Volkssport Nummer 1. Kaum zu glauben, dass eine Sportart so den Fußball verdrängen kann. Im Gegensatz zu den fußballerischen Leistungen im Vergleich zum Rest Europas, sind die Polen beim Speedway eine Weltmacht. Auch mit ein Grund warum dieser Sport in Polen so beliebt ist. Dazu kommt, dass für Speedway ordentlich geworben wurde. So schufen die Polen sich nach und nach ihr Imperium.
Viele Städte gründeten einen Verein, erbauten sich Stadien. Die stättischen Vergleiche finden in einem Liga-Wettbewerb statt.

In Deutschland ist Speedway eine Randsportart, die leider kaum Bedeutung findet. Es gibt einige Klubs, die sich verteilt über ganz Deutschland erstrecken und man kann vom Frühjahr bis zum Herbst eigentlich jedes Wochenende irgendwo Bahnsport genießen. Reiseverrückte wie beim Fußball findet man aber hier äußerst selten. Richtige Stadien sind in Deutschland auch eher Mangelware. Neben Landshut besitzt Güstrow noch ein recht ansehnliches Stadion. Das wohl bekannteste Stadion ist das „Motodrom Halbemond“ vom MC Norden. Hier wurde einst Bahnsportikone Egon Müller vor zehntausenden Fans Weltmeister. In Polen werden ganze Stadien neu gebaut, in denen dann hauptsächlich Speedway-Veranstaltungen oder Ligarennen ausgetragen werden.
Jeder Verein hat eine aktive Ultra- Szene, die sich gegenüber denen vom Fußball so gar nichts nehmen. Immer wieder werden große Choreografien präsentiert, es wird lautstark supportet, auch der Pyrotechnik ist man alles andere als abgeneigt. Hin und wieder kommt es auch mal vor, dass es im Stadion oder auch außerhalb kräftig zur Sache geht. Hier heißt das Stichwort „Hooligans“. Wenn man sich die aufmunitionierten Polizisten ansieht, erkennt man keinen Unterschied zu einem Fußballspiel.

Es war Derby- Zeit in Zielona Góra. Zu Gast kam der Rivale aus der ca. 100km entfernten Stadt Gorzów. Wir waren bereits 3 Stunden vor dem ersten Start in Zielona Góra. Die Parkplätze um das Stadion herum waren bereits fast alle voll. Viele Fans sammelten sich vor dem Stadion und begannen sich lautstark einzusingen. Eine halbe Stunde vor dem ersten Start wurde es etwas hitzig, da die Gästefans ankamen. Hier reichte die starke Polizeipräsenz aus und verhinderte Übergriffe.
Während der Heats wurde von beiden Seiten kräftig und lautstark supportet. Die Falubaz zeigten zum Anfang eine große Choreo mit einem Rider. Zur 4. Bahndienstpause gab es dann einen Schriftzug mit ihrem Maskotchen, der alten Mickey Maus. Während des Matches blieb es ruhig.

Für mich war es das erste Ligarennen in Polen. Auf Cup-Veranstaltungen bin ich öfters anwesend. Hier wundert es auch niemanden, dass sich zu einem WM-Lauf 53.000 Zuschauer im Nationalstadion von Polen einfinden. Wer also mal in Polen die Möglichkeit hat zum Speedway zu fahren, der sollte diese echt nutzen.

Für viele ist es das einfache “ die fahren doch nur im Kreis“.
Die Maschinen haben nur einen Gang, kein Getriebe. Sie bieten dem Rider mehr als ein PS pro Kilogramm Gewicht vom Motorrad. Demzufolge haben die Maschinen eine schnellere Beschleunigung als ein Formel1-Wagen. Bereits nach den wenigen Metern bis zur ersten Kurve hat man an die 90 Klamotten drauf. Nun kommt das spannende: Sie wollen nach links fahren, lenken aber nach rechts und bringen ihr Bike zum driften. Fahrmanöver die ihres Gleichen suchen, wird den Zuschauern in den 4 Runden pro Heat geboten. Die mit Methanol betankten Bikes haben keine Bremsen. Wie gefährlich dieser Sport ist, zeigen immer wieder sehr schlimme Unfälle, die auch tödlich enden. Bei unserem Match stürzten einige Fahrer. Der Australier Jason Doyle musste mit Beinverletzungen ins Krankenhaus. Schlimmer hat es dagegen gestern den 18- Jährigen Polen Krystian Rempała getroffen. Er stürzte bei einem Ligarennen so schwer, dass er den Helm verlor und schwerste Kopfverletzungen davon trug. Krystian schwebt in akuter Lebensgefahr. Wir wünschem ihm eine möglichst beste und schnelle Genesung.

Bilder&Text: Stefan

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