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17.10.2015 (20:00) PFC Lokomotiv Plovdiv – PFC Botev Plovdiv 2:1

17.10.2015 (20:00)
A PFG
PFC Lokomotiv Plovdiv – PFC Botev Plovdiv 2:1
Stadion Lokomotiv
5.400 Zuschauer (ca. 800 Botev-Fans)


Video: https://www.youtube.com/watch?v=sq_81kq1rtk

Text: Micha, Fotos: Micha & Brice
Video: Micha

Dass das Plovdiv Derby zu den heißesten Derbys auf dem Balkan zählt, hat es auch letztes Wochenende wiedermal gezeigt. Auch das Aufeinandertreffen nach dem Spielabbruch im vorigen Jahr verlief nicht ohne Zwischenfälle. Beide Seiten hatten während dem Spiel Auseinandersetzungen mit der Polizei und auch nach dem Spiel kam es zu einem kurzen Aufeinandertreffen beider Fanlager.
Bereits einige Tage vor dem Derby veröffentlichten beiden Fanszenen Videos, um die Fans auf das anstehende Derby einzustimmen und um für einen Marsch zum Stadion zu werben. Obwohl Botev nur 500 Gästekarten bekam, riefen sie auf, auch ohne Ticket zum Spiel zu kommen.
Am Spieltag zog die aktive Fanszene von Lokomotiv mit den größten Gruppen (Lauta Army, Napoletani, Gott mit uns, Usual Suspects) zum Stadion. Bereits auf dem Weg wurden die ersten Fackeln gezündet. Im Stadion positionierten sie sich auf der Gegengerade, während Botev in der einzigen Kurve (Stadion wird umgebaut) untergebracht wurde. Bereits lange vor Anpfiff ließ sich erahnen, dass deutlich mehr als 500 Gästefans im Stadion waren. Die Atmosphäre war berets vor Anpfiff sehr angespannt. Auf beiden Seiten wurden bereits erbeutete Schals verbrannt. Kurz vor Anpfiff verließ ein Großteil der Gäste jedoch den Block. Draußen versuchte man anscheinend in Richtung Lokomotiv Fans zu gelangen, jedoch sperrte die Polizei den Vorplatz komplett ab. Dennoch kam es zu kurzen Ausschreitungen, bei denen die Gäste gegen das hohe Polizeiaufgebot das Nachsehen hatten. Die Polizei positionierte sich daraufhin auch im Stadion vor den Block, was ebenfalls auf Unmut der Fans stieß. So wurde die erste Halbzeit nur vereinzelt gesungen. Die Heimseite präsentierte zu Beginn eine Blockfahne mit Pyro an beiden Seiten. Die Stimmung war zu beginn sehr aggressiv. Diese verwandelte sich nach den frühen Toren (15. und 17. Minute) in totale Ekstase. In der Liga liegt der letzte Derbysieg bereits 5 Jahre her. Kein Wunder dass da die Freude groß war. Vor allem beim zweiten Treffer gab kein Halten. Ein Tor wurde aufgebrochen und einige Fans rannten zu den Spielern um mit ihnen zusammen zu feiern. Dies rief jedoch sofort die Polizei auf den Plan, weshalb es nun auch hier kurz Auseinandersetzungen mit der Polizei gab. Zu Festnahmen kam es jedoch im Stadion nicht. Im Gästeblock war die Situation weiterhin unübersichtlich. Immer wieder gingen Fans aus dem Block. Ob es an dem hohen Polizeiaufgebot lag, oder ob es draußen zu Festnahmen kam, die für den fehlenden Support sorgten können wir leider nicht sagen. Irgendwann beschlossen die Fans die Fähnchen, welche für die Choreo gedacht waren, anzuzünden und auf einem großen Haufen zu werfen. Ähnlich wie damals beim Belgrader Derby wuchs das Feuer immer weiter. Die Polizei nahm dies jedoch zum Anlass, um nun auch in den Block zu marschieren. Glücklicherweise behielten die Fans weitestgehend die Ruhe, sodass die Situation nicht eskalierte.
Zu Beginn der zweiten Hälfte erstrahlte die Gegentribüne in hellem Licht, als dutzende an Bengalen abgebrannt wurden. Aber auch im Gästeblock brannte es kurz darauf, nachdem Botev den Anschlusstreffer erzielen konnte. Nun wurde auch endlich im Gästeblock durchgängig Gesungen. Bei Lokomotiv wurde es leider nur selten richtig laut. Dies liegt sicherlich am Standort auf der Gegengeraden. Da nur wenige Megaphone und keine Lautsprecher zur Verfügung stehen, ist es oft schwer, die gesamte Tribüne zu erreichen. Dennoch war die Stimmung in der zweiten Hälfte auf beiden Seiten gut. Auf dem Spielfeld passierte die restliche Zeit nichts mehr, sodass Lokomotiv ach 5 Jahren in der Liga endlich wieder einen Derbysieg einfahren konnten. Die Freude war bei den Ultras jedoch etwas gedrückt, da das Spiel leider von einem schweren Unfall überschattet wurde. Ein Lokomotiv-Fan musste ins Krankenhaus, nachdem ein Böller in seiner Hand explodierte. Zwar wurde er sofort operiert jedoch steht noch nicht fest, ob die Ärzte seine Hand retten können. Auch bei den Gästen kam es bei den Ausschreitungen mit der Polizei zu einem Verletzten.
Auch das Derby ein Jahr nach dem Spielabbruch hat wieder einmal gezeigt, dass das Plovdiv Derby einiges zu bieten hat und stets ein Besuch wert ist.

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