DSC03997-2

17.10.2015 (15:00) Corvinul 1921 Hunedoara – ASU Politehnica Timișoara 0-3

17.10.2015 (15:00)
Divizia C (Seria 4)
Corvinul 1921 Hunedoara – ASU Politehnica Timișoara 0-3
Michael Klein-Stadion
2.500 Zuschauer (600 Gäste)

 

English Version:


The match between Corvinul Hunedoara and Politehnica Timișoara is one of the few interesting matches in Romanian football this year. If you take a look at the Liga 1 table you will find three „clones“ at the top. Actually, there are just Dinamo Bucharest and Petrolul Ploiești with more than a handful supporters in the stands. By the names it looks a little bit better in the two second divisions. Rapid Bucharest, Universitatea Cluj and UTA Arad are illustrious names. On the other hand you have teams like Șoimii Pancota a team from a town with not even 7.000 inhabitans. I have been there and it looks bleak. Just some 300 people attended the match against ACS Poli Timișoara. And here we have one of the major problems. ACS Poli Timișoara or how we like to call it, ACS Recaș is one of these rebranded clubs or clones. Their last home match in Divizia A attended roughly 500 people. In the 2000’s clubs all over the country went bankrupt and where replaced either by mergers of several teams or by teams from small towns with a well-financed patron. The team of the people of Timișoara is Politehnica Timisoara and their history is similar, but instead of staying away from the stadium when old Poli was dissolved and replaced by ACS Poli Timișoara, they created the first fan-owned football club in Romania. Three years ago they started in Fifth Division and this year is their first in a regional division. The match against Corvinul Hunedoara is the only one this year where they can compete with an opponent in the stands. But Hunedoara also had some tough years to face. Back in 1982-83 they played in UEFA-Cup Grazer AK and FK Sarajevo. Altogether they played seventeen years in Divizia A, but after relegation in 1992 they never made it back. Instead they were excluded from Divizia B in late 2004. Besides both clubs are followed by Ultra‘ groups, the supporters are hostile because of their friendships. The Hunedoara supporters have a friendship with UTA Arad and Steaua Bucharest, Timișoara’s biggest rivals, while they herself have a friendship with Rapid Bucharest.

Deutsche Version:


Die Fanfreundschaft zwischen Borussia Mönchengladbach und Politehnica Timișoara dürfte in Deutschland mittlerweile bekannt sein, die Geschichte der Viola als erster fangeführter Klub in Rumänien vielleicht auch – andernfalls sei auf unserem Beitrag vom Januar über das Turnier „Fußball ohne Patron“ verwiesen [http://www.uisf.de/10-01-2015-hallenturnier-fotbal-fr-patroni-sibiu-rumaenien/]. Nach drei Jahren Fußball auf Kreisebene ist die Viola im Sommer auf die überregionale Bühne zurückgekehrt. Ein 5-1 Erfolg im Hinspiel gegen Voința Lupac hatte den Kurs auf Aufstieg gesetzt. Zum Rückspiel in die kroatische Gemeinde Lupac im Banater Bergland folgten der Mannschaft rund 1.000 Anhänger. Das Spiel ging mit 2-1 verloren, doch das interessierte an diesem Nachmittag niemanden mehr. [https://www.flickr.com/photos/footballromania/sets/72157655171221192 ]

Wirklich interessante Gegner hat die fünfgleisige dritte Liga allerdings nicht zu bieten und auch viele „Stadien“ erinnern doch eher an die Dorfsportplätze der letzten drei Jahre. Die große Ausnahme, zumindest für rumänische Verhältnisse – Fußball und Ultra‘ liegen am Boden – bildet FC Hunedoara, vielleicht dem ein oder anderen Krefelder bekannt. Besser bekannt ist der Klub unter dem Namen Corvinul Hunedoara, benannt nach dem Schloss Hunedoara (rum. Castelul Corvinilor). Neben insgesamt 17 Jahren Erstligazugehörigkeit besteht der größte Erfolg im Erreichen der zweiten Runde des UEFA-Pokals 1982-83 gegen FK Sarajevo, zuvor hatte man sich gegen den Grazer AK durchsetzen können. Wie für so viele Mannschaften ging es im Jahrzehnt nach dem Ende der Diktatur steil bergab. Für Corvinul endete die Talfahrt im November 2004 mit dem Ausschluss aus der Divizia B.

Die erste Choreografie auf den Rängen des heute nach Michael Klein benannten Stadions soll es im Jahr 1997 gegeben haben. Als eine wichtige Station in der Entwicklung der Fankultur wird heute das Auswärtsspiel in Timișoara in der Saison 1999-2000 betrachtet, als die Mannschaft von 800 Hunedoreni begleitet und das erste Mal eine Gruppe mit einer Zaunfahne sichtbar wurde – der Fahne von „Toxic Zone“. Mit dem „Ultras Korp“ kann im Jahr 2005 zum ersten Mal von einer Ultra‘-Gruppe gesprochen werden. Gleichwohl wurde schon in den Jahren zuvor durch die Gruppen „ULTRAS“ und „Nuova Ultras Corvinul“ versucht eine neue Mentalität auf die Traversen des Stadions zu bringen. Im selben Jahr folgte auch die Gründung der Gruppe „Distrikt Ultra’“, beide standen fortan zusammen in der Nordkurve. Die „Hell Boys ’07“ sind schließlich die einzige Gruppe aus diesen Tagen, die bis heute besteht.

Zusätzliche Brisanz bot die Begegnung aus der Konstellation der Freundschaften. Denn die Jungs von Corvinul sind mit UTA Arad und Steaua Bukarest befreundet, den Erzrivalen von Politehnica Timisoara, welche wiederum eine Freundschaft zu Rapid Bukarest pflegen. Dementsprechend hing auch eine „Rapidfans Hunedoara“-Fahne neben den bekannten Gladbacher-Fahnen und der „Sezione Ostile“-Fahne von Olimpia Satu Mare. In der zweiten Halbzeit wurde dann auch noch eine gezogene Zaunfahne und einige Schals durch Poli präsentiert. Auf dem Rasen hatten die Viola das Spiel schon im bekannten Sack und bleiben damit Zweiter hinter Național Sebiș, die allerdings schon ein Spiel mehr ausgetragen haben.

Fotos & Text: EmVau

Schreibe einen Kommentar