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14.05.15 (16:00) SV Austria Salzburg – FC Dornbirn 2:1

14.05.15 (16:00)
Regionalliga West
SV Austria Salzburg – FC Dornbirn 2:1
MyPhone-Austria-Stadion
1.300 Zuschauer (ca. 20 Gäste)

Kaum eine Geschichte hat unter den Fußballfans in der ganzen Welt so weite Kreise der Entsetzung gezogen, wie die Folgen des Einstiegs von Red Bull beim 1933 gegründeten Salzburger Traditionsclub SV Austria Salzburg. In vielen, vielen Ländern gab es Solidaritätsbekundungen und unheimlich viele Fußballfans verfolgten den Weg des neugegründeten, nicht aufgeben wollenden Clubs SV Austria Salzburg fortan sehr genau. Nun, knapp zehn Jahre nach Gründung des neuen Clubs, steht die Austria vor der Rückkehr in den österreichischen Profifußball. Die letzten Wochen hatten es allerdings insich…

Für die meisten beteiligten Austrianer dürften die letzten Tage/Wochen einiges an schlaflosen Nächten bedeutet haben. Sportlich gesehen führte man zwar seit einger Zeit die Tabelle der Regionalliga West an, doch eine Nachricht des Verbandes sorgte für kollektive Schockstarre. „Vorerst keine Lizenz für Austria Salzburg“, hieß es da. Es gäbe Probleme mit dem Ausweichstadion in Schwanenstadt. Die gesamte Austria-Familie sorgte unter dem Motto „Wir schaffen das!“ dafür, dass innerhalb weniger Tage alle Mängel beseitigt werden konnten. So wurde zb. der TV-Turm und Medienarbeitsplätze ausgebaut, das Spielfeld verkleinert und das Flutlicht musste angepasst werden. So ging man die letzten Tage bis zum Entscheid der zweiten Instanz zwar etwas optimistischer an, doch eine Rest-Angst blieb.

Als Präsident/Obmann Walter Windischbauer, der leicht erkennbar Austrianer durch und durch ist, vor dem Spiel gegen Dornbirn den Rasen betrat und ein weißes Blatt in der Hand hielt übergab man ihm das Stadionmikro. Was folgte war eine Rede, welche an Emotionen nur schwer zu überbieten sein dufte. Er verlaß eine Mail die der Club wenige Stunden vor Anstoß bekommen hatte.

„Der Senat 3 der österreichischen Fußball-Bundesliga (…) hat im Verfahren über die Zulassung des Stadions «Vor der Au»für Bewerbsspiele in der zweithöchsten Spielklasse der österreichischen Fußball-Bundesliga gemäß Satzung bla bla bla“, verlaß er. Weiter fügte er, mit jedem Wort energischer werdend, zu: „Das Stadion «Vor der Au» wird für den SV Austria Salzburg in der zweithöchsten Spielklasse … ZUGELASSEN!!!“. Der anschließende Jubel war verständlicherweise groß. Auch bei Nicht-Beteiligten war nun Gänsehaut garantiert, kann man auch nur ansatzweise ahnen, was dies für die Austrianer nach all den Jahren bedeutet wieder im Profigeschäft angekommen zu sein. Nun war die Tür also offen und der erste Fuß war drin. Nun gilt es in den letzten Spielen den Sack zuzumachen und komplett hindurch zugehen.  Am Tag nach dem Spiel wurde dann das ganze offiziell vom Verband verkündet. Lizenz für die Austria!

Das Spiel gegen den FC Dornbirn konnte die Austria mit verdient mit 2:1 gewinnen, und so weitere drei Punkte für das große Ziel, die Rückkehr in den österreichischen Profifußball, sammeln. Die Violetten führten die Tabelle nach diesem Spiel mit 6 Punkten an, und sind so auf dem besten Wege den direkten Aufstieg perfekt zu machen.

Auf den Rängen war die Stimmung gewohnt gut. Vor allem in Hälfte Zwei drehten die Austrianer richtig auf. Eine gesunde Mischung aus melodischem, schön lange vorgetragenem Liedgut und Schlachtrufen wurden präsentiert. Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte die Gruppe „Tough Guys Salzburg 1992“ (TGS) eine witzige Choreografie. Angelehnt war das ganze an das Computerspiel Street Fighter. Auf der linken Seite war ein „Bonze“ zu sehen und ihm gegenüber Stand der Kojote (Zeichen der TGS). Der Bonze bewarf den Kojoten mit Geld (EURO-Münze) und dem Gesetz (im Konkreten Pyrogesetz und Landriedensbruch). Der Kojote wehrte dies ab und beschoss den Bonzen mit einem Old Style Feuerball und besiegte ihn. Dieser Paragraph ist hochumstritten in Österreich und war eigentlich bis vor kurzem totes Recht wird jetzt aber u.a. auf Austrianer (wegen Vorkommnissen beim Cupspiel gegen Sturm Graz) versucht anzuwenden.

Vor dem Spiel gedachte man einem verunglückten, ehemaligen Spieler der Austria. Der Stadionsprecher laß hier einige sehr emotionale Worte vor und beendete das ganze mit dem Satz: „Diese drei Punkte sind für dich“. Im Fanblock wurde zeitgleich ein Gedenk-Spruchband hochgehalten. „Unvergessen ist, wer immer in unserer Mitte bleibt – Ruhe in Frieden Chris“, war hier zu lesen.

Wir drücken der Austria die Daumen, dass sie den letzten Schritt auch noch schafft und die Gegner in der neuen Saison dann u.a. Wacker Innsbruck und der LASK heißen. Im übrigen arbeitet man fieberhaft daran, dass der Saisonstart mit neuer Tribüne in Maxglan stattfinden kann. Das Stadion „Vor der Au“ ist nur als Zweitlösung gedacht, sollten die Baumaßnahmen bis Saisonbeginn nicht abgeschlossen sein, sowie für die „Risikospiele“. Dort wird dann generell in Schwanenstadt gespielt.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=viT5pKaddOw

Bilder, Video & Text: Ric

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