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10.12.2016 (20:30) Wisła – Cracovia 1:1 (1:0)

10.12.2016 (20:30)
Ekstraklasa (PL)
Wisła – Cracovia 1:1 (1:0)
Stadion Miejski im. Henryka Reymana
Zuschauer: 28’907 (2000 Gäste)

Fotos & Text: Flo

Zum 193. Mal standen sich Wisła und Cracovia am vergangenen Samstag Abend im berühmt berüchtigten Krakauer Derby gegenüber. Cracovia traf sich bereits mehrere Stunden vor Anpfiff am eigenen Stadion und marschierte gegen 18 Uhr geschlossen quer über die zwischen den Stadien von Cracovia und Wisła gelegene Wiese in Richtung Gästesektor. Zu Spielbeginn durfte auf Seiten Wisłas eine Choreo bestehend aus einer grossen Blockfahne sowie roten und blauen Fähnchen, welche das Streifenmuster auf der Blockfahne verlängerten, bestaunt werden. Auf der Blockfahne war das lateinische Zitat „sic parvis magna“, „Grosses aus kleinen Ursprüngen“ (darüber ebenfalls in der polnischen Übersetzung), zu lesen. Die über die ganze Breite des Heimsektors gespannte Zaunfahne verlautete „Sportverein, gegründet zu Ehren des polnischen Sports“. Wie zu erwarten wurde die Blockfahne ebenfalls zur Vorbereitung einer Pyroaktion genutzt und nach einiger Zeit denn auch von zahlreichen Fackeln umrahmt. Im Gästesektor war über die gesamte erste Halbzeit eine einzige grosse Zaunfahne mit der Aufschrift „Hoolturalni Kibice“ zu sehen. Passend dazu hatten die Gäste hunderte Schals mit derselben Aufschrift extra für das Derby anfertigen lassen. Die Pyrofackeln im Heimsektor waren kaum erloschen, da netzte Wisła bereits zum 1:0 ein – hat auf Grund der immer noch präsentierten Blockfahne zwar ein Grossteil des Heimanhangs gar nicht gesehen, das hat wohl aber auch niemanden dort so wirklich interessiert. Erwähnenswert auf Seiten Wisłas ist zudem, dass die Psycho Fans-Zaunfahne der befreundeten Ruch-Anhänger die mit Abstand grösste Zaunfahne im Heimsektor darstellte und die der Wisłagruppierungen somit deutlich überragte. Zu sagen, manch einer wähnte sich eher bei einem Heimspiel von Ruch denn bei einem Heimspiel von Wisła, wäre wohl zu viel gesagt, auffällig war das ganze dennoch. Als im Wisłasektor dann auch zum ersten Mal der bekannte Schlachtruf „Ruch! Ruch! HKS!“ ertönte, waren auf der Heimseite deutliche Pfiffe zu vernehmen. Zu 100% akzeptiert scheint die neue Allianz Wisłas nach dem Bruch mit Śląsk und Lechia wohl noch nicht zu sein. Mit Beginn der zweiten Hälfte präsentierten die Wisła Sharks eine grosse Choreo. Diese bestand wiederum aus einer grossen Blockfahne mit einem grossen Hai sowie den Slogans „Wenn der Feind vor den Toren stand, haben wir ihn selbst geschlagen“ und „Heute wird die Stadt von jenen mit ehernen Prinzipien regiert“. Nach einiger Zeit wurde die Blockfahne weggezogen und die Kurve in ein Meer aus Bengalos verwandelt. Nur kurze Zeit später konnte auch auf Seiten Cracovias der massenhafte Einsatz von Pyrotechnik bestaunt werden. Der Schriftzug am Zaun, ausgeschnitten aus schwarzer Folie: “Jebac Wisłe“ – „Fickt Wisła“. Nur kurze Zeit später sorget Cracovia für den umjubelten 1:1 Ausgleich. Cracovia hatte jedoch noch eine weitere Aktion in petto. So wurde eine grössere Anzahl an Wisła Schals zuerst zuvorderst am Zaun präsentiert, danach entlang der Plexiglaswand, welche den Gästeblock in zwei Hälften teilt, aufgehängt und dann verbrannt. Abgesehen von einigen Stühlen, die im Cracoviasektor in Flammen aufgingen und von der Feuerwehr gelöscht werden mussten, war die Messe damit aber aus sportlicher wie auch supporttechnischer Sicht gelesen. Auch wenn Cracovia mit dem Ergebnis von 1:1 sicher besser leben kann als Wisła – „Kraków jest nasz“ („Krakau ist unser“) skandierten am Ende beide Seiten.

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