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07.02.15 (14:00) Aachener TSV Alemannia 1900 – Rot-Weiss Essen 1:0

07.02.15 (14:00)
Regionalliga West
Aachener TSV Alemannia 1900 – Rot-Weiss Essen 1:0
Tivoli  
30.313 Zuschauer (5.000 Gäste)
Das absolute Top-Spiel der Regionalliga West stieg an diesem Wochenende in Aachen. Die beiden großen Traditionsclubs Alemannia Aachen (gegr. 1900) und Rot-Weiss Essen (gegr. 1907) trafen sich zum Spitzenspiel der Liga. Das Stadion war schon Wochen vorher ausverkauft, und alle Beteiligten, aber auch der neutrale Zuschauer, fieberten diesem Highlight entgegen. In Zeiten von Rasenballsport und Co. ist so eine Begegnung eine absolute Genugtuung. Ganze 5.000 Karten gingen nach Essen, welche auch zügig vergriffen waren. Alles war angerichtet für einen großen Fussballnachmittag.

Die Szene Aachen machte mobil, und rief als Treff den Markt in der Altstadt aus. Diesem Aufruf folgten schätzungsweise 1.000 Leute. Ein geplantes Mobfoto auf der Rathaustreppe wurde kurzerhand verlegt auf die Rückseite des Bauwerks. Dort allerdings war der Aufbau eines Festzeltes im vollen Gange, sodass improvisiert werden musste. Man machte aus der Situation das Beste und sang sich warm für das Spiel. Der folgende Marsch inkl. einiger Stopps konnte überzeugen. Gute Masse, gute Lautstärke und die Motivation war auf Anschlag. Kurz vor dem Stadion tauchte auf der anderen Straßenseite plötzlich ein Bus mit RWE-Fans auf, was zu kurzer Hektik führte. Der Bus wurde mit einigen Dingen eingedeckt, die Cops zogen sofort ihr Pfeffer, und teilweise wurde dies auch eingesetzt. Nach kurzem Aufruhr ging es weiter ins Stadion.

Die Fans aus Essen reisten u.a. in einem rappelvollen Sonderzug an. Dieser war vorgesehen für 800 Fans. Hierzu liest man im Netz von einem Todesfall an Bord des Zuges. Ein 63 Jahre alter RWE-Fan soll im Zug zusammengebrochen, und wenig später im Krankenhaus verstorben sein. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Nachricht als nicht richtig entpuppt. Die Stimmung im Stadion war schon vor Spielbeginn gut. Trotz aller Rivalität wurde dem verstorbenem Essener Urgestein Siggi Dahms gedacht, und das ganze Stadion applaudierte danach. Im Essener Fanblock hing zudem ein Benny Köhler Trikot. Benny Köhler spielte vor ca. 10 Jahren kurzzeitig in Essen. Zu Spielbeginn hatten beide Fanlager ein kleines Intro vorbereitet. In der Aachener Kurve wurden Schlauchballons in Clubfarben, Schnipsel und Papierrollen präsentiert. Ein ähnliches Intro gab es im Gästeblock. Auch Schlauchballons in Vereinsfarben. Dazu ein Banner „Rot-Weisse Invasion“. Wenig später rollte der Ball, und beide Kurven sorgten zu Beginn für tolle Atmosphäre. Die Gäste konnten die ersten 30 Minuten vollkommen überzeugen. Gute Lautstärke und die Gesänge wurden mit der richtigen Portion Aggressivität vorgetragen. Auch die Szene Aachen war zu Beginn gut drauf. Nach etwa 20 Minuten verflachte das Ganze hier etwas. Beide Seiten hatten mit nicht wenigen Fans zu tun, die nach langer Zeit mal wieder ins Stadion gingen. Dies machte sich hüben wie drüben bemerkbar. Die letzten 15 Minten in Hälfte eins verflachte die Stimmung etwas, jedoch blieb das ganze auf einem vernünftigen Level. Als nach knapp 40 Minuten die Führung für Aachen fiel, kam die Aachener Kurve, samt Gegengerade nochmal gut in Fahrt. Bei alten Gassenhauern machten wirklich viele mit. Da kann man erkennen, dass die wuchtig wirkende Hintertortribüne der Aachener sehr viel Potenzial hat. Beide Seiten hatten zudem einige Spruchbänder gezeigt. „Tradition kennt keine Liga – F**** euch RB, Hopp, Audi und Co“ & „Euch hassen wir trotzdem“  (Aachen). Die Aachener gedachten zudem einem verstorbenen Fan aus Kerkrade. Im Essener Sitzplatzblock wurde u.a. ein Spruchband gezeigt welches einem Szenemitglieds der Aachener gewidmet war. Dies war allerdings etwas über die Ziellinie hinaus. Es gibt gewisse Dinge, die sollte man trotz aller Rivalität nicht tun. Unterstützt wurden beide Seiten von einigen Freunden. Bei Aachen waren etwa 50x Kerkrade zu Gast, und bei den Gästen waren 17x Wien (Viola), 20x Bremen und 5x Derby County (Freundschaft eines Fanclubs) zu Gast.

Im zweiten Durchgang konnten beide Seiten nicht an den Spielbeginn anknüpfen. Als RWE in der 74. Minute einen Spieler nach Platzverweis verlor, wurde das rassige Spiel sehr spannend. Auch die Stimmung wurde zum Ende hin nochmal richtig gut. Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel bei den Alemannen natürlich groß. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ hallte es durchs Stadion. Ich denke, jeder Stadionbesucher hatte sich an diesem Tage eine Verlängerung gewünscht! DAS ist Fussball wie wir ihn lieben!

IMG_0021 IMG_9611 IMG_9637 IMG_9663 IMG_9780 IMG_9849 IMG_9888 IMG_9937 IMG_9829 IMG_9874Fotos & Text: Ric

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