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06.03.2016 (14:00) Djurgårdens IF – Hammarby IF 1:3 (Cup)

06.03.2016 (14:00)
Svenska Cupen (Schwedischer Pokal, Gruppenphase)
Djurgårdens IF – Hammarby IF 1:3
Tele2 Arena
21.500 Zuschauer (ca. 7.000 Gäste)

 

Dass die Derbys von Stockholm für viele Fussballfans zu den besten in Europa zählen, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auch für uns sind diese Duelle im Jahreskalender dick markiert. Die Erwartungshaltung war diesmal jedoch etwas gedämpfter, da es sich „nur“ um ein Derby im, für die Schweden eher uninteressanten Pokal handelte. Die Zuschauerzahlen sprechen hier für sich. Die meisten Spiele in den 8 Gruppen finden vor weniger als 1000 zuschauern statt. Nur die großen Clubs ziehen da etwas mehr Fans an. Die Spiele werden allerdings öfter in kleineren Ausweichstadien gespielt. Grund hierfür ist einmal das geringere Zuschauerinteresse und zum anderen der Belag. Naturrasen ist zu dieser Jahreszeit in einem eher mauen Zustand und soll für den baldigen Saisonstart geschont werden. Da das Geläuf in der Tele2 Arena aus Kunstrasen besteht, kann ihr problemlos gespielt werden.

Gute 21.000 Fans fanden heute den Weg in das Stadion. Etwa 1/3 davon dürfte den Gästen die Daumen gedrückt haben. Beide Seiten hatten zu Spielbeginn ein Intro vorbereitet. Auf Seiten der DIF – Fans, deren Fantribüne „Sofialäktaren“ genannt wird, präsentierte man zu Beginn eine Blockfahne („Seit 1891“), Fähnchen und Clublogo als Überziehfahne. Die Gründung von Djurgårdens IF jährt sich in diesem Jahr zum 125. Mal. Auf Gästeseite („Bajen Fans“) gab es zu Beginn ein „Chaos Intro“, welches aus Schnipseln, Kassenrollen, Fähnchen und jeder Menge Pyrotechnik bestand. Insgesamt gaben beide Seiten ein absolut rundes Bild ab.

Das Duell auf den Rängen war zu Beginn auf einem sehr hohen Niveau. Als nach wenigen Minuten das 1:0 für Djurgårdens IF fiel, drehten die DIF-Fans mächtig am Lautstärkeregler. Immer wieder wurden Fackeln angerissen und voller Leidenschaft geschwenkt. Hammarby konnte nur kurz danach schon das 1:1 erzielen, und nun rockte die zweistöckige Hintertortribüne. Auch hier leuchtete es an verschiedenen Stellen. Das Gesangsduell war nun wieder einigermaßen ausgeglichen. Plötzlich zappelte der Ball wieder im Netz des DIF-Keepers. 1:2 für Hammarby. Die „Sofialäktaren“ nun in einem kollektiven Schockzustand, und gegenüber exlodierte der Gästeblock und konnte einige Minuten ein sehr hohes Level erreichen. Die Atmosphäre verflachte dann auf beiden Seiten bis zur Halbzeit etwas.

Die zweite Hälfte begannen die DIF-Fans mit einem verschiedenfarbigen Rauchintro. Auf Hammarby-Seite verzichtete man auf ein zweites Intro und beschränkte sich auf den Support, was auch ganz gut gelang. Zwar ließ man das kollektive Ausrasten einige Male vermissen, doch laut und geschlossen war es dennoch. Auf Seiten der DIF-Fans konnte man nicht an das Level zu Beginn anknüpfen, war aber dennoch angestrebt „von sich hören zu lassen“. Dies klappte am besten beim Einklatschen („D-I-F“). Auf Hammarby Seite zog man mit Verlauf der 2. Hälfte nochmal an, und so wurde der Gassenhauer „Söderort kommer alltid va‘ vårt!“ (was soviel heißt wie „Der Süden Stockholms wird immer uns gehören!“) minutenlang, mit einigen Auswüchsen nach oben, geschmettert. Als das 1:3 fiel, flippte der Anhang der Gäste nocheinmal völlig aus und von nun an gab es kein Halten mehr. Zu gut tut ein weiterer Derbysieg gegen den ungeliebten Gegner. Als der Schlusspfiff ertönte, erblickten beinahe flächendeckend grüne Fackeln das Licht der Welt.

Abschließend kann man einmal mehr ein sehr positives Fazit ziehen, wenn auch das Hohe Level der vergangenen Liga-Duelle nicht ganz erreicht werden konnte. Lohnen tut sich ein Besuch hier allemal!

 

English Version:

 

Meanwhile it’s no secret that the derbies of Stockholm are considered to be one of the best in Europe. We also mark these games in our calenders. Our expectations were not as high as usual because this time the derby took place in the cup which is not that important in Sweden. If you look at the spectator-numbers you will understand why. The most games of the eight groups were played with less then 1000 spectators. Only the bigger clubs are able to attract more fans. But most times the games are played in smaller stadiums due to the low attendance and furthermore due to pitch. Natural grass is in a bad condition during that time and officials want to spare it for the upcoming start of the season. Because the pitch of the Tele2 Arena is made of synthetic turf, the games can take place there. Around 21.000 fans attended the derby, around 1/3 of them were „away fans“. Both sides showed choreos during the entrance of the teams. The DIF-Fans on their „Sofialäktaren“-stand showed a choreo with the slogan „Since 1891 Djurgarden have been number 1“. This year the club celebrates it’s 125th anniversary. The Bajen-Fans on the other side made a chaos-tifo, including papers, flags and lot of pyro. The match on the stands was on both sides on a high level. When Djurgårdens IF scored after few minutes their fans rised the chant intensity and lighted constant many torches. But only few minutes later Hammarby managed to draw. Now it was the green tribune behind the goal which went crazy and lighted some pyro. The atmosphere was on both sides very good until Hammarby suddenly soccred the 1:2. The „ Sofialäktaren“ stand was shocked about this, while the away sector exploded. Until the half-tie break the chants calmed a bit down The 2nd half was started with a nice smoke-show in differet colors by the DIF supporters. Their support in the 2nd half was not on the same high level like in the first half which was probably owed by the result of their team. But still the „D-I-F“ clapping with the whole tribune was quite impressive. The Bajen fans didnt made an intro but started with passionate chants which were sung collectively. Especialy their famous song „Söderrort kommer alltid va‘ vårt!“ („South of Stockholm belongs us forever!“) was sung very loud. When Hammarby scored the 1:3 in the 78th minute their fans went another time completely crazy. They managed another time to beat their biggest rival. After the final whistle was blown many green flares were lighted. All in all we can make again a positive conclusion for this derby although it was not on the high level like in previous derbies of the league. A visit is always worth it!

Video: https://youtu.be/Sda7vDgigik

Fotos: Ric
Text: Ric (Übersetzung: Micha)
Video: Ric & Benny

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